Glutenfrei Leben mit Zöliakie

Aktualisiert: 26. Apr.

Willkommen. Lerne mich und mein glutenfreies Leben kennen - und wie ich zu meiner Vision und Leidenschaft gekommen bin.

 

Strand und Meer liebe ich seit meiner Kindheit. Geboren in der Hansestadt Rostock hat es mich kurz nach meiner Diagnose im Jahr 2003 in die Metropol-region Erlangen-Nürnberg verschlagen. Das hatte weniger mit der Zöliakie als mehr mit dem Beginn meines Studiums zu tun. Hier lebe ich auch heute noch - mit meiner eigenen kleinen Familien.

Heimat ist für mich dort, wo ich mich wohlfühle.

Starten wir kurz der Reihenfolge nach.


Meine Diagnose 2003

Ganz unspektakulär erhielt ich die Diagnose Zöliakie beim Familienscreening. Meine Mutter zählt da eher zu den klassischen Fällen. Nach jahrelang erfolglos behandeltem Eisenmangel und starker Gewichtsabnahme war die Fahndung nach der Ursache letztlich erfolgreich. Und ich gleich mit dabei. Ich war 18. Kurz vor dem Abitur und bereit für die anstehende Osterreise nach London. Für diese Diagnose - in dem Jahr - ein verdammt schlechter Zeitpunkt. Ich erinnere mich an meine Mutter, die niedergeschlagen erst von der Ernährungsberatung und dann vom ersten Einkauf zurückkam. Alles weitere habe ich eher pragmatisch in Erinnerung. Denn ich bin nach London geflogen, habe mein Abitur gemacht und vor meinem Umzug in den Süden noch eine Woche im Krankenhaus zur Knie-OP verbracht. Wie das alles #glutenfrei ging? 2003 als glutenfreies Brot nur als eine Art Pumpernickel zu kaufen war, das auch nur im Reformhaus und die Nudeln so gelb waren wie das Maiskorn selbst? Nun ja, irgendwie ging's wohl.


Studieren, arbeiten und leben mit Zöliakie

Anfang 2009 schloss ich mein BWL-Studium ab. Die Studentenzeit genoss ich mit Freunden beim Feiern oder gemeinsamen kochen und Spätzle essen, gelungenen und gescheiterten Versuchen beim glutenfreien Backen, beim Praktikum während der Fußballweltmeisterschaft und potentiellen wie zukünftigen Schwiegermüttern, für die glutenfrei Kochen nie ein Problem war. Verschiedene Positionen in den ersten Arbeitsjahren brachten verschiedene Herausforderungen für die Umsetzung der glutenfreien Diät mit sich: Was kann ich in der Kantine essen? Wo bekomme ich unterwegs als Vertrieblerin und bei Kundenterminen #glutenfreiesEssen? Wann sollte ich mir lieber selbst etwas einpacken? Und immer wieder neue Menschen, die Fragen stellen.


Richtig, langweilig wird es mit der Diagnose Zöliakie nie.

Hochzeit und Kinder mit Zöliakie

Bis zur Hochzeit 2011 konnte ich meinen Mann nur eine kurze Zeit, knapp zweieinhalb Jahre "testen". Glutenfrei Reisen klappte - Italien, Tschechien, USA, UK kein Problem. Glutenfrei Essen bei der Schwiegermama ein Traum - zumal die Bananen-Schoko-Torte quasi von Natur aus glutenfrei war und das Repertoire bis heute ausgebaut wurde und wird. Auch ein gemischter Haushalt hielt mich nicht vom JA-Wort ab. Nur für die Hochzeitstorte und das Buffet hatte ich 1.001 Fragen in meinem Kopf und wahr sicher, dass das eher trostlos wird.

Das Gegenteil war der Fall: die Feier war groß-artig und ohne Glutenunfall. Bis heute erinnern wir uns gern zurück. Nicht nur die Eheringe, derselbe Name, die glutenfreie Hochzeitsreise nach Sardinien lassen uns zurückblicken. Es sind unsere Kinder die mit uns die Zukunft gemein-sam gestalten.


2013 ist mein Sohn geboren. Die Schwangerschaft war bis zum Schluss unkompliziert und das Ergebnis stellte mein Leben einmal auf den Kopf. Wenn du Mama oder Papa bist, kannst du dies sicher nachvollziehen. Dennoch hielt es uns nicht davon ab für ein Geschwisterchen zu sorgen. 2015 war es soweit. Die Zeit bis zur Geburt meiner Tochter wurde spannend:

  • Diagnose Zöliakie bei meinem Kind - gepaart mit einer Sensitivität für Kuhmilcheiweiß und Hühnereiweiß (>> Das ist fast wie ein 6er im Lotto fürs Backen!)

  • Schwangerschaftsdiabetes und eine Ernährungsberatung, in der ich erklärt habe, was Zöliakie ist

Tief durchatmen und weitermachen! Immerhin waren die Durchfälle unseres Filius geklärt, der Diabetes mit der Geburt und wieder einmal grandiosem glutenfreiem Essen im Krankenhaus *Scherz* überstanden. Ein Baby, Kleinkind mit Zöliakie und der Anspruch ausgewogene Ernährung für mich selbst und die Kids ergänzten wir wieder zwei Jahre später um die dritte Diagnose. Zum zweiten Geburtstag meiner Tochter waren wir zu dritt und ab nun eindeutig in der Überzahl der glutenfreien Esser in unserem Haushalt.


Eine glutenfreie Selbsthilfegruppe und meine Leidenschaft für Ernährung

Ob es die Tugend aus der Not oder einfach nur der ganz normale glutenfreie Alltag war, lässt sich schwer sagen. Fakt ist: Kinder verändern viel. Vor allem die Perspektive. Während ich 18 war als ich die Diagnose erhielt und ich in dem Moment recht pragmatisch damit umging und ich auf niemanden Rücksicht nehmen musste, traf es mich als Mutter und uns als Eltern anders. Wie läuft das jetzt in der Kita? Was sagen die anderen Kinder? Wie organisieren wir Kindergeburtstage? Wie läuft das im Urlaub? Fragen über Fragen. Hinzu kamen Anfragen von Freunden und Bekannten, die selbst Neudiagnostiziert waren und Eltern eines betroffenen Kindes kannten. Für mich jedes Mal ein rührender Moment - Betroffene aus dem Regen abzuholen, in dem sie nach der Diagnose Zöliakie stehen gelassen wurden und unterstützen den Berg an Wissen zu erklimmen und den Drahtseilakt im Alltag zwischen strenger Diät und genussvollem Essen zu schaffen.


Seit Anfang 2020 bin ich offizielle Kontaktperson der Deutschen Zöliakie Gesellschaft e.V. und leite die regionale Selbsthilfegruppe für Kinder und Erwachsene in Mittelfranken (PLZ 90/91...). Auf der Website www.glutenfrei-mittelfranken.de findest du Blogbeiträge aus den Bereichen Glutenfreie Ernährung, Glutenfrei außer Haus, Medizin & Forschung. Regionale und überregionale Empfehlungen für Restaurants, zum Einkaufen und für Rezeptideen werden aufgelistet; spannende Termine organisiert und neben der Anmeldung zum Newsletter kannst du die Gruppe über die Seite auch direkt kontaktieren. Mein Ziel ist es dir Antworten auf deine Fragen, Verständnis für deine Sorgen oder ein offenes Ohr für deinen Redebedarf rund ums Thema Zöliakie anzubieten.


Mit meinem Studium der Ernährungstherapie (B. Sc.) an der Hochschule Anhalt und meinem Unternehmen NUTRITA gehe ich noch einen Schritt weiter. Hier integriere ich die qualifizierte glutenfreie Ernährungsberatung, zu welcher du als Betroffene:r einen einfachen Zugang haben solltest. In der Ernährungstherapie ist es nicht möglich Spezialist:in für jede ernährungsbeding-te Erkrankung zu sein. Hier zählt Teamwork zwischen Mediziner, Ernährungsfachkräften und Menschen mit Zöliakie. Wie das konkret funktioniert, kannst du schon mal in diesem Blog-beitrag lesen.


Essen kann mehr als nur glutenfrei sein. Es ist komplex, mit Emotionen beladen und am Familientisch mit Kindern nicht selten eine Herausforderung. Hier schauen wir gern in einem Coaching konkret hin. Gemeinsam mit dir kreieren wir mehr Entspannung am Esstisch - ob mit oder ohne Gluten.


Ich freue mich, dich kennenzulernen und bei Bedarf gern zu unterstützen. Kontak-tiere mich mit deinem konkreten Anliegen und ich bin sicher, gemeinsam mit mir findest du die passende Strategie für deine Herausforderung oder die Antwort auf deine Frage(n).


"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt!“ Ghandi
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